Chinesische Automarken

Das müssen Sie über chinesische Fahrzeuge wissen

Die chinesischen Autohersteller planen schon lange, ihre Automarken auch nach Deutschland zu bringen und gleichzeitig den europäischen Mark zu erobern. Mittlerweile finden wir immer mehr Pkw chinesischer Hersteller auf deutschen Straßen. Doch was macht Marken wie Geely, BAIC & Co. aus China so besonders? Wir verraten Ihnen, welche unterschiedlichen chinesischen Automarken es überhaupt gibt und wie gut sie tatsächlich sind.

Bekannte chinesische Automarken

Der Schriftzug „Made in China“ steht schon lange nicht mehr für billige und unnötige Produkte. Stattdessen haben sich durchaus ernstzunehmende chinesische Automarken auf dem europäischen Markt etabliert, die im ADAC-Test sogar ziemlich gut abschneiden. Dazu zählen Automarken wie: 

  • Ora 

  • Nio 

  • MG 

  • BYD 

  • Aiways 

  • Lynk & Co 

  • Maxus 

  • Chery 

  • Leapmotor 

  • XPENG 

  • BAIC 

Chinesische Automarken in Deutschland

Zu den bekannten chinesischen Automarken in Deutschland zählen: 

  • MG 

  • Lynk & Co 

  • Maxus 

  • Nio 

Aber auch weitere chinesische Marken sind bereits auf dem deutschen Auto-Markt wie Ora, BYD, Aiways, Leapmotor und XPENG. 

Ora ist eine Marke des chinesischen Automobilherstellers Great Wall Motor (GWM), die sich auf Elektroautos fokussiert. Vorgestellt wurde die chinesische Automarke 2018 auf der Beijing Auto Show und hat 6 unterschiedliche Modelle: 

  • Ora iQ (2018-2020) 

  • Ora R1 (2019-2022) 

  • Ora R2 (2020-2022) 

  • GWM Ora 03 (seit 2020) 

  • Ora Baleimao (seit 2022) 

  • GWM Ora 07 (seit 2022) 

Ora Pengkemao und Ora Damao sollen 2024 auf den Markt kommen. 

Das Modell Ora 03 wurde im September 2021 als Ora Funky Cat erstmals auf der IAA Mobility in Europa und somit auf dem deutschen Markt vorgestellt. Das Elektroauto ist kompakt und hat das Format eines ID.4. Dabei kann es mit einem großen Platzangebot überzeugen. Allerdings schneidet der Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 280 Litern unter dem Durchschnitt ab. Auch das Modell R1 ist kompakt und kann mit Effizienz punkten. Das Modell R2 ist für städtische Pendelfahrten gut geeignet, während das Modell iQ mit höherer Reichweite und einem größeren Innenraum überzeugen kann. Das Modell Baleimao ähnelt vom Äußeren einem VW Käfer, genauso wie der Pengkemao. Mit dem Damao Modell kommt auch erstmals bei Ora ein SUV zur Modellauswahl hinzu. 

Interessant ist die chinesische Automarke für umweltbewusste Fahrer*innen und städtische Pendler*innen, da das fortschrittliche Elektroantriebssystem die Fahrzeuge nicht nur emissionsfrei, sondern auch kosteneffizient macht. Die innovativen Designs treffen insbesondere den Nerv der jüngeren Generationen, denen Individualität und Umweltschutz wichtig ist. 

Die Marke Nio gehört seit 2015 zu den führenden Automobilherstellern für Elektroautos. Die chinesische Automarke setzt ihren Fokus auf innovative Technologien und modernes Design. Unterschiedliche Modelle wie ET5, ET5 Touring, EL6, ET7 und EL7 finden sich bereits auf dem deutschen Markt. Die chinesischen Fahrzeuge zeichnen sich durch eine umfassende Ausstattung und solide Fahrleistungen aus – wie z. B. der Premium-SUV EL7, der eine Reichweite von bis zu 580 Kilometern pro Ladung erreichen kann. 

Die Zielgruppe ist anspruchsvoll und schätzt Exklusivität, Nachhaltigkeit, Komfort und neueste Technologien

Die einst britische Marke MG gehört seit dem Jahr 2005 zum chinesischen Unternehmen SAIC Motor und hat sich seitdem zu einer bedeutenden Marke in Deutschland entwickelt. Der chinesische Autobauer bietet nicht Benziner, sondern auch Elektroautos an. Zu den beliebten Modellen gehört der Kompakt-SUV MG ZS, der sowohl als Benziner als auch als vollelektrischer ZS EV erhältlich ist. Wenn es geräumig und luxuriös sein soll, ist der SUV Marvel R die richtige Wahl. Zudem zählt die Limousine MG4 sowie der Kombi MG5 zur Palette der unterschiedlichen Fahrzeugmodelle von MG. 

Verbraucher*innen wählen diese chinesische Automarke aus Umweltbewusstsein und auf Grund des modernen Designs. Zudem bietet der chinesische Pkw EHS PHEV als Plug-in-Hybrid die Möglichkeit, zwischen rein elektrischem Antrieb oder traditionellem Motor zu wählen

BYD gehört zu den weltweit größten Autoherstellern weltweit und ist für seine Plug-in-Hybride sowie insbesondere seine Elektroautos bekannt. Im Jahr 2023 konnte das Unternehmen 35.000 mehr Elektrofahrzeuge liefern als Tesla. Mit innovativen Technologien und qualitativer Produktion konnte sich BYD auf dem weltweiten Markt durchsetzen – besonders durch die breite Auswahl an Elektroautos

Die chinesische Automarke ist in Deutschland durch das SUV-Modell BYD Tang sowie den Kompakt-SUV ATTO 3 und die Limousine HAN bekannt. Diese Modelle sind leistungsstark und haben zudem eine hohe Reichweite. 

Der einstige Batteriehersteller zeigt hohes Engagement für nachhaltige Mobilitätslösungen und spricht daher Verbraucher*innen mit Umweltbewusstsein, aber auch mit Affinität zur Technik an.  

Aiways gehört zu den Frischlingen in Deutschland. Auch dieser chinesische Autobauer setzt auf Elektrofahrzeuge mit innovativer Technologie wie im Bereich des autonomen Fahrens und künstlicher Intelligenz. Der SUV U5 ist nicht nur rein elektrisch mit modernem Design und einer Reichweite von bis zu 410 Kilometern, sondern verfügt auch über 12 Ultraschallsensoren, 5 HD-Kameras, 3 Millimeterwellen-Radare und 2 Innenkameras. Das spricht insbesondere Technik-Fans, aber auch umweltbewusste Fahrer*innen an. Zudem bietet die chinesische Automarke Aiways die Möglichkeit, ihre Pkw bequem online kaufen zu können, was eine junge Zielgruppe anspricht.

Die Marke Lynk & Co gehört zum chinesischen Automobilhersteller Geely, dem auch Lotus, Polestar und Volvo angehören. Seit 2021 kann man die chinesische Automarke auch in Deutschland kaufen, die sich als Lifestyle-Marke versteht und sich durch eine innovative Finanzierungsform von anderen Automarken abhebt. 

Der chinesisch-schwedische Autobauer bietet Plug-in-Hybride sowie vollelektrische Autos an. Modelle wie der Lynk & Co 01 sowie Lynk & Co 02 sind bisher die einzigen, die in Deutschland erhältlich sind. 

MAXUS ist eine zu SAIC Motor gehörende chinesische Automarke, die zunächst nur für ihre Nutzfahrzeuge in Deutschland bekannt wurde. Denn MAXUS gilt als Vorreiter in der Elektromobilität im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge. Die Modelle eDELIVER 3, eDELIVER 7, eDELIVER 9 sowie den T90 EV gibt es als vollelektrische Variante. Mit dem Modell DELIVER 9 haben Nutzer*innen auch die Möglichkeit, Diesel als Antriebsart zu wählen.  

Der SUV Euniq 6 sowie der Van MIFA 9 sind ebenfalls vollelektrisch und bieten neben Nutzfahrzeugen zusätzliche Modellauswahl auch für den Privatgebrauch. 

Leapmotor ist ebenfalls eine der chinesischen Automarken in Deutschland. Kaufen kann man die Elektroautos über Händler*innen oder online. Allerdings bietet das chinesische Unternehmen bisher nur 2 Modelle in Deutschland an: den Kompaktwagen T03 und den SUV C10

Der Autohersteller steht für grüne Technologie, die er für alle zugänglich machen möchte. Die Autos sind daher ausgestattet mit innovativen und umweltfreundlichen Technologien. Dabei bleiben sie dennoch mit einem Neupreis von knapp 19.000 Euro für den T03 und etwa 36.500 Euro für den C10 erschwinglich.

XPENG zählt zu den neueren chinesischen Automarken in Deutschland. Das Unternehmen setzt dabei auf Nachhaltigkeit, künstliche Intelligenz, zukunftsorientierte Mobilität und ein positives Fahrerlebnis. Der Automobilhersteller bietet Elektroautos in 3 Modellen an: Die zwei SUVs G6 und G9 sowie die Limousine P7. Die SUVs können mit einer Reichweite von bis zu 570 Kilometern punkten, während die Limousine noch weitere 6 Kilometer draufpacken kann. Zudem ist ein extra schnelles Laden des Autos möglich. 

Sind chinesische Fahrzeuge gut?

Chinesische Automarken haben sich laut dem ADAC über die letzten Jahre erheblich in ihrer Qualität verbessert. Dabei haben sie im Euro-NCAP-Crashtest sogar häufig mit der Bestnote abgeschnitten. Bei den meisten chinesischen Marken werden die Autos vollelektrisch angetrieben und können mit ausgereifter Akkutechnik und soliden Reichweiten überzeugen. 

Zudem haben die aus China kommenden Autos meist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit ordentlicher Verarbeitungsqualität, guter Serienausstattung und ausreichenden Garantien

Wo könnten chinesische Automarken besser werden?

Verbesserungebedarf besteht bei nahezu allen vom ADAC getesteten Fahrzeugen im Bereich der Fahrerassistenzsysteme wie beim Abstandsregeltempomaten oder Spurhalteassistenten, die teilweise unzuverlässige Funktionen haben. 

Auch die Bedienung könnte verbessert werden. Da beinahe alle Funktionen über einen Touchscreen gesteuert werden, gibt es kaum noch haptische Tasten. Zudem reagieren die Displays nur langsam, zu kleine Schriften erschweren das Lesen (wie u.a. bei Aiways und Nio), Übersetzungen sind fehlerhaft oder fehlen komplett (wie beim BYD Atto 3), die Menüs sind teilweise zu kompliziert zu bedienen und unterschiedliche Softwarebugs führen zu Fehlern (wie u. a. bei Aiways, MG Marvel). 

Manche Modelle der chinesischen Automarken haben keinen guten (wie bei MG Marvel R) oder gar keinen Radioempfang (wie bei Aiways U5 und U6). Hinzu kommen Probleme bei der Klimatisierung. Manche Modelle, wie der Nio ET7 sowie EL7, aber auch BYD Atto 3 und der MG4, haben Schwierigkeiten, den Innenraum genügend aufzuheizen und schlagen sich mit beschlagenen Scheiben herum.

Wird es in Zukunft noch mehr chinesische Automarken in Deutschland geben? 

Das Wachstum der Automarken aus China hat in den letzten Jahren bereits gezeigt, auf welche Entwicklung man sich einstellen kann und in welche Richtung sie geht. Demnach ist zu erwarten, dass es noch mehr chinesische Automarken in Deutschland geben wird.  

Die Fortschritte werden insbesondere in der Technologie und dem Preis-Leistungs-Verhältnis der Autos sichtbar werden. Auch Übernahmen und strategische Partnerschaften zwischen chinesischen Unternehmen und europäischen Autoherstellern werden die Marktpräsenz der Chinesen ankurbeln. 

Häufig gestellte Fragen rund um chinesische Automarken

Zu den bekannten chinesischen Automarken zählen: 

  • Ora 

  • Nio 

  • MG 

  • BYD 

  • Aiways 

  • Lynk & Co 

  • Maxus 

  • Chery 

  • Leapmotor 

  • XPENG 

  • BAIC 

Die chinesischen Fahrzeuge, die in Tests am besten abgeschnitten haben, sind: 

  • Aiways U5 und U6 

  • BYD Atto 3 

  • GWM Ora 03 

  • Lynk & Co 01 

  • MG Marvel R, MG4, MG5, ZS EV 

  • Nio ET5, ET5 Touring, EL7, ET7 

  • Smart #1 

Es gibt bereits einige chinesische Automarken in Deutschland. Welche neu hinzukommen, lässt sich nicht sagen. Dennoch haben die letzten Jahre gezeigt, dass die bereits bestehenden chinesischen Autohersteller ihre Produktpalette mit unterschiedlichsten Marken und Modellen erweitern, worauf wir uns auch in den nächsten Jahren einstellen können. 

Ist eine chinesische Automarke bzw. ihr Hersteller insolvent, kann es zu juristischen Hürden kommen. Wenn es keine*n juristische*n Nachfolger*in des insolventen Unternehmens gibt, können Käufer*innen niemanden für die Garantieansprüche haftbar machen. 

Zudem ist es schwierig, Ersatzteile für das Auto zu bekommen, wenn der Hersteller pleitegegangen ist. Daher haben Käufer*innen von Autos neuer Automobilhersteller immer das Risiko, ohne Ersatzteile dazustehen, falls es den Hersteller nicht mehr geben sollte. 

Haben Sie noch Fragen?

Sie können uns unter 0211 5423 2350 anrufen oder eine E-Mail an info@huk-autowelt.de senden.

Mo - Fr: 8:00 - 16:30 Uhr

Weitere Themen rund ums Auto: