E-Auto: Reichweite im Vergleich
Diese E-Autos haben die größte Reichweite
Die Reichweitenangst beschäftigt viele potentielle Käufer*innen von E-Autos. Vorab lässt sich aber schon sagen, dass neue E-Auto Modelle hohe Reichweiten haben und die Reichweitenangst unbegründet ist. Dennoch können manche Faktoren sowohl die Reichweite als auch die Ladeleistung der Elektroautos beeinflussen. Wir verraten Ihnen, welche E-Autos die größte Reichweite im Vergleich haben, wovon die Reichweite abhängt und was Sie tun können, um auch im Sommer oder Winter mit Ihrem E-Auto möglichst weit fahren zu können.
Wie berechnet man die E-Auto Reichweite?
Die ungefähre Reichweite Deines E-Autos kannst Du mit folgender Formel berechnen:
Batteriekapazität (kWh) ÷ Verbrauch (kWh/100km) × 100 = Reichweite (km)
Wovon hängt die Reichweite bei Elektroautos ab?
Die wohl größten Faktoren, die die Reichweite eines E-Autos beeinflussen sind die Batterie und der Verbrauch. Grob lässt sich sagen, dass bei geringerem Verbrauch und bei höherer Leistung des Akkus die Reichweite beim Elektroauto höher ist. Aber auch Faktoren wie der Fahrstil, die Wahl der Reifen, Wetterbedingungen sowie die Größe und das Gewicht des Autos spielen eine Rolle beim Verbrauch und somit bei der Reichweite.
Batterie: Der Akku kann mehr Strom speichern, je größer und leistungsfähiger er ist. Die Batteriekapazität wird dabei in Kilowattstunden (kWh) angegeben und beträgt im Durchschnitt etwa 72,5 kWh.
Verbrauch pro 100 Kilometer: Der Verbrauch kann durch mehrere Faktoren beeinflusst werden, wie etwa vom Gewicht des Fahrzeugs, dem Streckenprofil, der Fahrweise und der elektronischen Ausstattung. Dabei liegt der durchschnittliche Verbrauch zwischen 15 und 20 kWh.
Fahrstil: Die Reichweite vom E-Auto ist genauso wie bei einem Verbrenner vom jeweiligen Fahrstil abgängig. Sind Sie eher sportlich unterwegs, beschleunigen häufig oder legen gern Vollstarts hin, kostet das den Akku viel Energie, was die Reichweite mindert. Auch die Geschwindigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein ständig schnelles Fahren frisst genauso viel Akku wie ein permanenter Geschwindigkeitswechsel.
Reifen: Bei der Wahl der Reifen geht es um einen möglichst geringen Rollwiderstand, um eine hohe Reichweite mit Ihrem Elektroauto zu erzielen. Dabei gilt: je schmaler und größer die Reifen, desto besser für die Reichweite. Ein Energieeffizienzlabel zeigt Ihnen schon vor dem Kauf, wie energieeffizient die Autoreifen sind. Zudem ist der richtige Reifendruck wichtig, um weniger Energie zu verbrauchen.
Wetterbedingungen: Die Außentemperatur im kalten Winter hat erheblichen Einfluss auf die Leistung der Batterie, die im schlimmsten Fall bis zu 50 Prozent der sonstigen Reichweite einbüßt. Das liegt daran, dass bei niedriger Außentemperatur die Ionen des Akkus träge werden. Auch das Erwärmen des Innenraums, Sitz- und Scheibenheizung verbrauchen viel Energie und mindern die Reichweite. Im Sommer ist die Klimaanlage für einen höheren Stromverbrauch verantwortlich.
Größe und Gewicht: Je größer das Auto und je mehr es wiegt, desto höher ist die Belastung des Antriebssystems. Zudem mindert eine zusätzliche Beladung des Fahrzeugs die
Liste der E-Autos nach ihrer Reichweite
Die E-Autos mit größter Reichweite sind folgende:
Mercedes EQS (821 km Reichweite)
Lucid Air (792 km Reichweite)
Mercedes EQS SUV (720 km Reichweite)
VW ID.7 (709 km Reichweite)
Mercedes EQE (693 km Reichweite)
Polestar 2 (659 km Reichweite)
Tesla Model S (652 km Reichweite)
BMW iX (630 km Reichweite)
Tesla Model 3 (629 km Reichweite)
BMW i7 (625 km Reichweite)
Hyundai Ioniq 6 (614 km Reichweite)
Tesla Model Y (600 km Reichweite)
Zur offiziellen Vergleichbarkeit wird die Reichweite eines E-Autos in Europa nach dem sogenannten WLTP-Verfahren (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) gemessen, die vorher anhand des NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) ermittelt wurde. Das wurde jedoch vom WLTP-Verfahren abgelöst, da es fernab reeller Bedingungen im Labor stattgefunden hat. Denn alltägliche Lebensbedingungen wie wechselnde Wetterbedingungen, die Nutzung der Klimaanlage sowie der Innenraumheizung oder das Stop and Go wurden völlig außer Acht gelassen. So hatte beispielsweise der Opel Ampera-e nach NEFZ 520 km Reichweite. Nach dem WLTP-Verfahren hat der Opel nur noch eine Reichweite von 100 km. Das WLTP-Verfahren wird zwar auch unter Laborbedingungen durchgeführt, allerdings unter Einbezug lebensnaher Faktoren. Zu Beginn des Tests muss der Akku komplett geladen sein. Anschließend wird das Fahrzeug wie im Stadtverkehr mit einer Maximalgeschwindigkeit von 56,5 km/h, außerorts mit maximal 76,6 km/h, auf einer Schnellstraße mit 97,4 km/h und schließlich wie auf der Autobahn mit einer Maximalgeschwindigkeit von 131,3 km/h getestet. Auch konstante Fahrten mit 100 km/h werden mit dem E-Auto durchgeführt. Die Batteriekapazität wird anschließend durch den jeweiligen Gesamtverbrauch geteilt, sodass das die theoretische Reichweite ergibt.
Was macht die größte Reichweite aus: Effizienz oder Größe der Batterie?
Die meisten Elektroautos mit hoher Reichweite haben eine größere Batteriekapazität. Daraus lässt sich schließen, dass die Batteriekapazität mit der Reichweite des E-Autos, ohne es nachzuladen, zusammenhängt. Große Akkus haben dabei eine Leistung von 80 bis 100 kWh.
Wie haben sich die E-Auto Reichweiten in den letzten Jahren entwickelt?
2010 kamen laut dem ADAC alle getesteten E-Autos auf eine durchschnittliche Reichweite von 123 Kilometern. 2023 waren es bereits durchschnittliche 393 Kilometer. Die Liste der E-Autos mit hoher Reichweite wird also immer länger und die Reichweitenangst weniger.
Der Anstieg der Reichweiten von Elektroautos macht sie tauglich für tägliche Pendelstrecken oder Fahrten in der Region. Insbesondere neue Modelle unter anderem auch von chinesischen Automarken erreichen sogar mehr als 400 Kilometer, was das E-Auto auch für längeres Fahren tauglich macht. So haben Fahrer*innen mehr Flexibilität und müssen nicht so häufig laden.
Ob ein E-Auto die größte Reichweite und einen niedrigen Verbrauch hat, hängt von Faktoren wie der Bauart (SUV, Limousine) des jeweiligen Modells, dem Antrieb (Allrad oder nicht) und der Motorleistung ab.
So haben beispielsweise größere und schwerere Modelle einen eher höheren Stromverbrauch. Hinzu kommen Ladeverluste. Das bedeutet, dass beim Laden ein Teil des Stroms verloren geht.
Ladeverluste
Von einem Ladeverlust spricht man, wenn beim Laden des Elektroautos mehr Energie verbraucht wird, als im Akku tatsächlich ankommt. Das hängt mit der Umwandlung von Wechselstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom für die Batterie zusammen. Kund*innen müssen den verlorenen Strom leider dennoch bezahlen.
Der Bordcomputer zeigt häufig einen anderen Stromverbrauch an, als den, der wirklich vorliegt. Daher beziehen sowohl der ADAC in den Ecotests als auch die WLTP-Verbrauchsangabe diese Ladeverluste mit in die Reichweite des E-Autos ein.
Tipps für mehr Reichweite im Sommer und Winter
In den meisten Elektroautos sind Lithium-Ionen-Akkus verbaut, die einen idealen Wirkungsgrad bei Außentemperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius haben. Daher kann sowohl im Winter als auch im Sommer die Außentemperatur die Reichweite des E-Autos erheblich beeinflussen.
Damit Sie mit Ihrem E-Auto die möglichst längste Reichweite sowohl im Sommer als auch im Winter erreichen können und keine Reichweitenangst haben, sollten Sie folgende Punkte beachten:
Auto vor der Nutzung vorwärmen (im Winter)
Reifendruck überprüfen
Energiesparend fahren
Lieber Sitz- anstatt Luftheizungen verwenden (im Winter)
Auto im Schatten parken (im Sommer)
Klimaanlage sparsam einsetzen (im Sommer)
Auto vorwärmen: Im Winter laufen die chemischen Prozesse in der Batterie etwas langsamer ab. Daher sollten Sie, bevor Sie losfahren, Ihr Elektroauto an der Steckdose aufheizen und es am besten in einer Garage parken.
Reifendruck überprüfen: Je größer der Rollwiderstand der Reifen, desto höher ist der Stromverbrauch. Achten Sie daher immer auf den richtigen Reifendruck, um sowohl im Winter als auch im Sommer mit Ihrem E-Auto die möglichst längste Reichweite erreichen zu können.
Energiesparend fahren: Energiesparendes Fahren ist ebenfalls zu jeder Jahreszeit wichtig, um eine hohe Reichweite zu erzielen. Vermeiden Sie dabei starkes Beschleunigen sowie hohe Geschwindigkeiten.
Sitzheizung anstatt Luftheizung: Lenkrad- und Sitzheizungen sind effizienter als Luftheizungen. Im Winter reichen sie also aus, um im vorgeheizten Auto alle warm zu halten.
Auto im Schatten parken: Im Sommer sollten Sie Ihr Elektroauto im Schatten wie etwa unter einem Baum, Dach oder in einer Tiefgarage parken. So kühlt sich der Akku schneller ab.
Klimaanlage sparsam einsetzen: Die Klimaanlage gehört zu den absoluten Stromfressern und kann Sie bis zu einem Viertel der Reichweite kosten. An heißen Sommertagen ist es daher besser, die Klimaanlage gezielt oder sparsam einzusetzen.
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