Bremsweg-Formel
So berechnen Sie den Bremsweg
Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, weiß, dass man in manchen Situationen schnell aufs Bremspedal treten muss. Um dabei Unfälle zu vermeiden, ist es wichtig, dass genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten wird. Wie viel Sicherheitsabstand mindestens notwendig ist, lässt sich mit Formeln für Bremsweg und Reaktionsweg berechnen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie man den Bremsweg berechnen kann und wie der Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg miteinander verknüpft sind. Außerdem erklären wir, wie sich der Bremsweg bei einer Vollbremsung verändert und welche Faktoren den Bremsweg beeinflussen können.
Bremsweg berechnen: Wie geht das?
Der Bremsweg steht für den Streckenabschnitt, den ein Fahrzeug vom Bremsvorgang bis hin zum kompletten Stillstand zurücklegt. Bei einer normalen Bremsung beläuft sich die zurückgelegte Distanz in Metern auf ein Zehntel der gefahrenen Geschwindigkeit multipliziert mit einem Zehntel dieser Geschwindigkeit. Somit ist die Formel für den Bremsweg folgendermaßen:
Faustregel für den Bremsweg
(Geschwindigkeit in km/h : 10) x (Geschwindigkeit in km/h : 10) = Bremsweg
Beispielhafte Berechnung:
(80 km/h : 10) x (80 km/h : 10) = 8 x 8 = 64 Meter Bremsweg
Wie hängen Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg zusammen?
Spätestens in der Fahrschule begegnen alle Fahrschülerinnen und -schüler drei wichtigen Begriffen und ihren Formeln: Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg. Sie stellen vereinfacht gesagt 3 Schritte in einer Gefahren- oder Bremssituation dar:
Sie bemerken die Gefahren- oder Bremssituation (Reaktionsweg)
Sie bremsen (Bremsweg)
Das Auto kommt zum Stehen (Anhalteweg)
Auch wenn das Erkennen der Gefahrensituation recht schnell passiert, beträgt die Reaktionszeit etwa 0,8 bis 1,2 Sekunden, bis Sie das Bremspedal betätigen. In dieser Zeit legt Ihr Fahrzeug eine bestimmte Strecke zurück, die man als Reaktionsweg bezeichnet. Den Reaktionsweg können Sie mit folgender Formel berechnen:
(Geschwindigkeit in km/h : 10) x 3 = Reaktionsweg in Metern
Beim Betätigen der Bremse bleibt Ihr Auto allerdings nicht sofort stehen, sondern legt ebenfalls einen bestimmten Weg zurück, bis es zum Stehen kommt. Das ist der Bremsweg. Diesen berechnen Sie folgendermaßen:
(Geschwindigkeit in km/h : 10) x (Geschwindigkeit in km/h : 10) = Bremsweg in Metern
Demnach ist der Anhalteweg die Summe aus Reaktionsweg und Bremsweg. Er stellt dar, wie viele Meter ein Fahrzeug vom Bemerken der Gefahrensituation bis zum Stillstand insgesamt zurücklegt. Somit lautet die Formel für den Anhalteweg wie folgt:
(Geschwindigkeit in km/h : 10) x 3 + (Geschwindigkeit in km/h : 10) x (Geschwindigkeit in km/h : 10) = Anhalteweg in Metern
Überblick von Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg sowie eine beispielhafte Rechnung:
Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg
(Geschwindigkeit in km/h : 10) x 3 + (Geschwindigkeit in km/h : 10) x (Geschwindigkeit in km/h : 10) = Anhalteweg in Metern
Wenn Sie mit 100 km/h unterwegs sind, sieht die Berechnung wie folgt aus:
(100 : 10) x 3 + (100 : 10) x (100 : 10) = 30 + 100 = 130 Meter
Beachten Sie allerdings, dass es sich beim Berechnen von Bremsweg und Co. nur um eine Faustregel handelt. Das Ergebnis stellt somit einen ungefähren Wert dar und bezieht Faktoren, die die tatsächlich zurückgelegte Strecke beeinflussen, nicht mit ein.
Die Länge des Bremswegs hängt davon ab, ob die Fahrerin oder der Fahrer normal bremst oder eine Vollbremsung durchführt. Daher gilt als Faustformel bei einer Gefahrenbremsung, dass sich der Bremsweg halbieren kann. Die normale Formel berechnet bei einer beispielhaften Geschwindigkeit von 50 km/h einen Bremsweg von 25 Metern. Bei einer Gefahrenbremsung verkürzt sich der Bremsweg auf etwa 12,5 Meter.
Beachten Sie, dass der Bremsweg nicht linear verläuft, sondern im Quadrat zur Geschwindigkeit wächst. Das bedeutet, dass bei doppelter Geschwindigkeit der Bremsweg 4-mal so lang wird. Der Reaktionsweg wächst allerdings linear zur Geschwindigkeit.
Was beeinflusst den Bremsweg?
Ob bei einer normalen Bremsung oder Gefahrenbremsung – die Formel für den Bremsweg zeigt mit dem Ergebnis lediglich einen ungefähren Wert. Demnach hängt der Bremsweg nicht nur von der Fahrerin bzw. dem Fahrer ab, sondern auch von unterschiedlichen Faktoren:
Zustand der Fahrbahn:
Neben Nässe, Aquaplaning, Glätte und rutschigem Laub kann auch eine Gefällstrecke den Bremsweg verlängern.
Anhänger:
Ein ungebremster Anhänger verlängert ebenfalls den Bremsweg Ihres Fahrzeugs.
Reifen:
Je neuer die Reifen sind und je mehr Profil sie haben, desto schneller kommt das Auto zum Stillstand. Dementsprechend können abgefahrene Reifen den Bremsweg verlängern.
Bremsen:
Auch der Zustand der Bremsbeläge oder -scheiben hat einen großen Einfluss auf den Bremsweg. Abgefahrene oder verschmutzte Bremsbeläge oder -scheiben stellen ein Sicherheitsrisiko dar, da sie deutlich den Bremsweg verlängern können.
Bremssysteme:
Sind die Bremssysteme mit Luft- und Wassereinschlüssen undicht, kommt es zu einer verminderten Bremsleistung, einer Bremsverzögerung und somit zu verlängertem Bremsweg. Im schlimmsten Fall kann es zum kompletten Versagen der Bremsanlage kommen, was ein hohes Sicherheitsrisiko darstellt. Dies gilt auch für zu wenig oder veraltete Bremsflüssigkeit sowie defekte Bremskraftverstärker.
Allerdings gibt es nicht nur Faktoren, die den Bremsweg, sondern auch den Reaktionsweg beeinflussen. Dazu zählt etwa das Alter der Fahrerin oder des Fahrers. In der Regel ist die Reaktionszeit bei älteren Meschen länger. Auch der allgemeine Zustand der fahrenden Person wie Müdigkeit oder Krankheit kann den Reaktionsweg beeinflussen. Dasselbe gilt für das Fahren unter Drogen-, Medikamenten- oder Alkoholeinfluss. Zudem verlängert Ablenkung beim Fahren ebenfalls die Reaktionszeit und führt somit zur Bremsverzögerung. Um auf der sicheren Seite zu sein, sind regelmäßige Inspektionen beim Auto sinnvoll. So wissen Sie, dass Ihr Fahrzeug in gutem Zustand ist und können es bei Bedarf leichter verkaufen. Wenn Sie wissen möchten, wie viel Ihr Auto wert ist, können Sie unkompliziert über HUK-Autowelt Ihren Wagen bewerten lassen.
Fazit: Mit dem richtigen Sicherheitsabstand sicher fahren
Das Ergebnis der Formel zum Berechnen des Bremswegs stellt nur einen ungefähren Wert dar. Bei der Formel geht man von einer normalen Bremsung und einer waagerechten Strecke ohne Gefälle aus. Der tatsächliche Bremsweg hängt allerdings von Faktoren wie dem Zustand der Fahrbahn, der Reifen und Bremsen dar. Auch für die Gefahrenbremsung gibt es eine Faustformel, die besagt, dass sich der Bremsweg eines Autos in einer Gefahrensituation halbieren kann.
Da allerdings der Bremsweg durch die doppelte Geschwindigkeit 4-mal so lang wird, sollten Fahrerinnen und Fahrer dies beim Fahren im Hinterkopf behalten und für ausreichenden Abstand zum vorderen Auto sorgen, um Auffahrunfälle zu vermeiden und auf Gefahrensituationen vorbereitet zu sein.
Um auch ohne Formel für eine Gefahrenbremsung den richtigen Abstand im Straßenverkehr einhalten zu können, können Sie sich an folgende Faustregeln halten:
Innerhalb von Städten und geschlossenen Ortschaften sollten etwa 3 Autolängen, also ca. 15 Meter Abstand bestehen.
Für Autobahnen und Landstraßen gilt die Regel des halben Tachos. Das bedeutet, dass Sie zum Beispiel bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern etwa 50 Meter Abstand halten sollten.
Bei schlechten Wetterbedingungen wie eingeschränkter Sicht oder rutschiger Straße ist es empfehlenswert, doppelt so viel Abstand zu halten als gewöhnlich. So wären es bei 100 Stundenkilometern 100 Meter Sicherheitsabstand.
Häufige Fragen zum Thema Bremsweg-Formel
Die Formel für den Bremsweg (Geschwindigkeit : 10) x (Geschwindigkeit : 10) ist für die Witterungsbedingungen im Winter nicht passend, da davon auszugehen ist, dass die Straßen rutschig sein können und den Bremsweg dementsprechend verlängern. Bei Schnee ist der Anhalteweg daher 3-mal so lang wie bei Normalbedingungen. Vereiste Straßen können den Anhalteweg sogar bis zu 7-fach verlängern.
Wichtig ist, dass im Sie im Winter hohe Geschwindigkeiten und unnötiges Überholen ebenso wie starkes Beschleunigen und Bremsen vermeiden. Vergrößern Sie den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und halten Sie das Lenkrad mit beiden Händen fest, falls Sie ins Rutschen geraten. Vermeiden Sie außerdem hektische Lenkbewegungen, um für eine stabile Fahrweise zu sorgen.
Ja, grundsätzlich ist der Bremsweg gewichtsabhängig. Das höhere Gewicht bedeutet mehr Masse, die zum Stillstand gebracht werden muss, weshalb der Bremsweg verlängert wird. Ein Lkw hat im Vergleich zum Pkw einen viel längeren Bremsweg, da der Lkw ein Vielfaches des Gewichts eines Pkw abbremsen muss.
Es ist wichtig, in der Fahrschule die Formel für den Bremsweg zu kennen, da diese häufig in der Theorieprüfung abgefragt wird:
(Geschwindigkeit : 10) x (Geschwindigkeit : 10) = Bremsweg
Zudem ist die Formel für den Reaktionsweg wichtig:
(Geschwindigkeit : 10) x 3 = Reaktionsweg
Beide Formeln in Summe ergeben das Ergebnis des Anhaltewegs. Bei einer Gefahrenbremsung ist der Bremsweg in der Regel halb so lang.
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