Was ist ein Jahreswagen?
Was Sie beim Jahreswagen beachten sollten
Häufig hört man von Jahreswagen in der Werbung oder in unterschiedlichen Angeboten. Doch was genau ist ein Jahreswagen und welche Vor- und Nachteile hat er? Die Entscheidung, ob und welchen Jahreswagen man kaufen sollte, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel vom allgemeinen Zustand des Fahrzeugs, seiner Ausstattung und dem Preis-Leistungs-Verhältnis.
In diesem Ratgeber erfahren Sie alles rund um Jahreswagen: Was das ist, wie unterscheiden sich Jahreswagen von Neu- und Vorführwagen und was sollten Sie beim Kauf eines Jahreswagens beachten. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Jahreswagen unkompliziert und sicher über die HUK-Autowelt verkaufen können.
Jahreswagen: Was ist das?
Bei dem Begriff „Jahreswagen“ stellt sich zunächst die Frage: Was bedeutet das? Dabei handelt es sich um einen Gebrauchtwagen, der nicht älter als 1 Jahr ist. In der Regel hat ein Jahreswagen einen geringen Kilometerstand und kann durch den hohen Wertverlust von 20 bis 25 % im ersten Jahr zu einem deutlich günstigeren Preis als ein Neuwagen gekauft werden. Häufig handelt es sich bei Jahreswagen um Fahrzeuge, die von Werksangehörigen oder Managerinnen bzw. Managern der Hersteller gefahren wurden.
Auch wenn Jahreswagen theoretisch mehrere Male zugelassen worden sein können, haben sie oft nur eine Vorbesitzerin bzw. einen Vorbesitzer. Daher sind sie häufig nahezu neuwertig und dennoch wesentlich günstiger als Neuwagen. Sie bieten zudem oft eine hochwertige Ausstattung mit moderner Technik.
Was allerdings bei einem Jahreswagen zu beachten ist, sind mögliche erste Gebrauchsspuren die Laufleistung und der Zustand des Fahrzeugs. Denn was ein Jahreswagen nicht bedeutet, ist die Garantie, dass er unfall- und mängelfrei ist.
Was ist ein Jahreswagen per Definition?
Um als Jahreswagen bezeichnet werden zu können, muss das jeweilige Fahrzeug folgende Voraussetzungen erfüllen:
der Wagen darf maximal 12 Monate zwischen Herstellung und Erstzulassung haben
der Verkauf des Autos darf maximal 12 Monate nach der Erstzulassung stattfinden
Was ist der Unterschied zwischen Jahreswagen, Neuwagen und Vorführwagen?
Wer ein Auto kaufen möchte, stößt schnell auf verschiedene Begriffe – Jahreswagen, Neuwagen oder doch ein Vorführwagen? Doch worin unterscheiden sie sich voneinander?
Neuwagen:
Wurde noch nie zugelassen – weder dauerhaft noch als Tageszulassung.
Hat keine Laufleistung, also keine Kilometer auf dem Tacho.
Befindet sich im absoluten Neuzustand, ohne Vorbesitz oder Nutzung.
Jahreswagen:
Ist ein Gebrauchtwagen, nicht älter als 12 Monate seit der Erstzulassung.
Kann einmal oder mehrfach zugelassen worden sein – auch als Tageszulassung.
Hat häufig einen oder mehrere Vorbesitzer, oft Werksangehörige des Herstellers.
Je nach Modell, Ausstattung und Zustand bis zu 10–40 % günstiger als ein Neuwagen.
Häufig noch mit Herstellergarantie und guter technischer Verfassung.
Achtung: Manche Jahreswagen weisen stärkere Gebrauchsspuren auf – abhängig vom Fahrverhalten des Vorbesitzers.
Vorführwagen:
Wird vom Händler für Probefahrten und als Ausstellungsmodell genutzt.
Hat meist niedrige Laufleistung, aber war bereits im Gebrauch – deshalb kein Neuwagen mehr.
In der Regel nur wenige Monate alt, das Alter ist jedoch nicht definiert.
Meist hochwertig ausgestattet, da er Kunden präsentiert werden soll.
Kann sogar teurer sein als ein Neuwagen, aufgrund der besseren und umfangreichen Ausstattung.
In der Regel weniger abgenutzt als ein Jahreswagen, da er nicht dauerhaft gefahren wurde.
Welche Vor- und Nachteile haben Jahreswagen?
Ein Jahreswagen ist ein Fahrzeug, was auf den ersten Eindruck viele Vorteile bietet. Doch auch die Nachteile sollten Sie bei einer Kaufentscheidung nicht unbeachtet lassen:
Vorteile: |
- zwischen 10 und 40 % günstiger als Neuwagen - in der Regel einen niedrigen Kilometerstand - moderne Ausstattung und aktuelle Sicherheitsfeatures - in der Regel in gutem Zustand, da der Jahreswagen wenig gefahren wurde - im Gegensatz zu Gebrauchtwagen mit restlicher Herstellergarantie |
Nachteile: |
- kürzere Garantie - bei einem Weiterverkauf geringerer Erlös, da das Fahrzeug bereits aus 2. Hand ist - festgelegte Ausstattung und keine Möglichkeiten für Änderungen - begrenzte Auswahl der Modelle und Farben - leichte Gebrauchsspuren wie kleine Kratzer oder Abnutzung |
Was Sie beim Kauf von Jahreswagen beachten sollten
Es gibt einige Händler, die Jahreswagen anbieten, was ein großer Vorteil ist. Dennoch gibt es verschiedene Faktoren, die den Preis eines Jahreswagens beeinflussen. So spielen beispielsweise versteckte Kosten, der Verschleiß sowie die Herkunft, aber auch die Ausstattung und das Preis-Leistungs-Verhältnis eine Rolle bei der Wahl eines Jahreswagens.
Versteckte Kosten:
Zu den versteckten Kosten zählen Überführungs- und Reinigungskosten. Da der Händler den Transport und die Transportversicherung des ehemaligen Neuwagens übernommen hat, werden diese beim Weiterverkauf auf den Preis geschlagen. Dies kann entweder mit dem Verkaufspreis verrechnet oder als separater Posten angegeben werden. Sie können negative Überraschungen über versteckte Kosten vermeiden, indem Sie vor dem Kauf beim Händler aushandeln, wer die Reinigungsgebühren des Fahrzeugs übernimmt und die Wartungsnachweise prüfen. So können für Sie keine überraschenden Reparatur- oder Wartungskosten bei Ihrem Jahreswagen anfallen.
Verschleiß:
Auch wenn ein Jahreswagen mit hohem Verschleiß günstiger ist als ein kaum gebrauchtes Fahrzeug, wird das Gesparte beim Kauf in der Regel bei der späteren Aufbereitung und Wartung wieder verbraucht. Was bei einem Jahreswagen also zu beachten ist, sind die Verschleißteile des Autos. Sie können viel über den Zustand des Wagens verraten und Sie vor versteckten Kosten bewahren. Sind Sie sich bei der Einschätzung unsicher, können Sie immer eine Expertin oder einen Experten zu Rate ziehen. Zu den Verschleißteilen eines Fahrzeugs gehören vor allem Bremsbeläge, Motoröl und Innenraumfilter. Die meisten neuen Fahrzeugmodelle zeigen Warnsymbole an, wenn beispielsweise das Motoröl gewechselt oder die Bremsbeläge erneuert werden müssen. Der Kilometerstand ist ebenfalls ein gutes Indiz über den zu erwartenden Verschleiß.
Herkunft:
Je nachdem wie viele Vorbesitzerinnen und Vorbesitzer das Auto hatte und wofür sie es genutzt haben, gibt Aufschluss über den Zustand des Wagens. Wurde es beispielsweise privat oder geschäftlich etwa von Werksangehörigen genutzt? Welchen Fahrstil hatten die Vorbesitzerinnen bzw. Vorbesitzer? Waren sie eher in der Stadt unterwegs oder sind sie viele Langstrecken gefahren? Wurde das Auto viel in der Stadt gefahren, verkürzt dies die Lebensdauer der Bremsbeläge um etwa 30.000 Kilometer, sodass unter Umständen bereits kurz nach dem Kauf in neue Beläge investiert werden muss. Wird etwa ein Neuwagen nach einer Tageszulassung weiterverkauft, ist der Wertverlust des Autos geringer als bei einem Jahreswagen, der aus einer Autovermietung stammt. Wenn allerdings viele wechselnde Personen den Wagen gefahren haben, ist der Verschleiß in der Regel größer.
Ausstattung:
Ein Jahreswagen ist bereits konfiguriert, was ein Nachteil sein kann. Denn Sie haben nicht mehr die Möglichkeit, etwas an der Ausstattung zu ändern. Achten Sie beim Kauf daher darauf, welche Funktionen der Wagen hat und ob alles an Ausstattung enthalten ist, was Sie sich wünschen.
Preis-Leistungs-Verhältnis:
Jahreswagen sind günstiger als Neuwagen, was einige Vorteile mit sich bringt. Dennoch sollten Sie vor dem Kauf mehrere Fahrzeuge im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis vergleichen. Zudem werden bei Jahreswagen häufig Sonderkonditionen angeboten wie günstige Finanzierungs- und Leasingmöglichkeiten.
Zustand:
Auch wenn Jahreswagen neuwertig sind, können sie dennoch Gebrauchsspuren aufweisen. Häufig kommt es zu Kratzern im Innenraum oder Lack. Auch nach Dellen an der Karosserie sollten Sie genau schauen, um einen Kauf mit Mängeln zu vermeiden.
Wartungshistorie:
Die Wartungshistorie eines Fahrzeugs ist wichtig. Fragen Sie daher immer nach dem Serviceheft. Ist es lückenlos, zeigt es, dass das Auto regelmäßig gewartet wurde und erhöht so die Wahrscheinlichkeit eines guten Zustands.
Unfallfreiheit:
Unfälle, ob klein oder groß, führen zum Wertverlust des Wagens. Fragen Sie nach einem Nachweis über die Unfallfreiheit des Fahrzeugs oder lassen Sie ein Gutachten erstellen, um sicher zu sein.
Garantie und Gewährleistung:
Da viele Jahreswagen über die volle Herstellergarantie verfügen, können Sie von diesen Garantieleistungen profitieren. Prüfen Sie allerdings, wie lange die Garantie noch gilt und was genau sie abdeckt. Sollte die Herstellergarantie fast abgelaufen sein, können Sie sie verlängern.
Vertrauenswürdiger Händler:
Ein seriöser Händler bietet zusätzliche Sicherheit und Gewährleistung beim Kauf eines Jahreswagens. Durch Rezensionen und Erfahrungen anderer Kundinnen und Kunden, können Sie sicherstellen, dass Sie mit einem professionellen Händler arbeiten.
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Fazit: Ein Jahreswagen kann eine gute Option sein
Ein Jahreswagen ist maximal 1 Jahr alt, was eine wirklich gute Option sein kann, wenn man auf der Suche nach einem neuwertigen Auto ist. Denn durch den hohen Wertverlust im ersten Jahr nach der Erstzulassung kann ein Jahreswagen günstiger gekauft werden als ein Neuwagen – und dennoch kann man von vielen Vorteilen eines Neuwagens profitieren.
Allerdings sollte man beachten, dass nicht alle Jahreswagen neuwertig sind. Deshalb sollte man beim Kauf unter anderem auf Kriterien wie versteckte Kosten, Verschleiß, Herkunft, Ausstattung, Preis-Leistungs-Verhältnis und den allgemeinen Zustand achten.
Sind Sie sich beim Kauf unsicher, können Sie sich auch ein Gutachten erstellen lassen oder andere fachkundige Meinung einholen. So treffen Sie eine Wahl, die genau zu Ihren Bedürfnissen passt.
Häufige Fragen zum Thema Jahreswagen
Jahreswagen sind günstig, weil sie bereits eine Erstzulassung hinter sich haben und somit als Gebrauchtwagen gelten. Da ein Auto im ersten Jahr den größten Wertverlust hat, schlägt sich das im Preis nieder. Ein Jahreswagen ist, was etwa Ausstattung und Zustand angeht, häufig eine gute Alternative zum Neuwagen.
Per Definition gilt ein Auto als Jahreswagen, wenn es maximal 12 Monate nach der Erstzulassung verkauft wird. Dabei ist der Zeitraum zwischen Erstzulassung und Verkauf entscheidend und nicht etwa das tatsächliche Alter des Fahrzeugs nach seiner Herstellung.
Ein Jahreswagen ist am Jahresende, insbesondere im November und Dezember, am günstigsten. Zu diesem Zeitpunkt finden Sie die besten Angebote für Jahreswagen sowie andere Gebrauchtwagen. Das hat den Grund, dass zum Ende des Jahres neue Modelle auf den Markt kommen und die Vorjahresmodelle verdrängen.
Ein Jahreswagen kann etwa um 10 bis 40 % günstiger verkauft werden als ein Neuwagen. Je nach Marke, Modell, Ausstattung, Laufleistung und Zustand des Fahrzeugs kann der Preis variieren. In der Regel bieten Jahreswagen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie sind häufig neuwertig und haben eine gute Ausstattung.
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