Auto kaufen als Selbstständige oder Selbstständiger
Was Sie beim Autokauf beachten müssen, wenn Sie selbstständig sind
Ob als Firmenwagen oder für die private Nutzung – ein Auto kann nicht nur das eigene Unternehmen voranbringen, sondern auch das eigene Leben erleichtern. Wer als Selbstständige bzw. Selbstständiger ein Auto kaufen möchte, muss sich gut überlegen, auf welche Weise das Fahrzeug gekauft werden soll. Die Entscheidung dafür hängt von den finanziellen bzw. steuerlichen Umständen sowie der geplanten Nutzung des Autos ab.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, ein Auto als Selbstständige bzw. Selbstständiger zu kaufen – ob privat oder geschäftlich. Außerdem zeigen wir Ihnen alle wichtigen Vor- und Nachteile der jeweiligen Kaufoption und klären auf, was Sie beim Kauf eines Autos als Selbstständige bzw. Selbstständiger beachten sollten.
Welche Möglichkeiten gibt es, ein Auto als Selbstständige bzw. Selbstständiger zu kaufen?
Als Selbstständige bzw. Selbstständiger haben Sie 3 Möglichkeiten, ein Auto zu kaufen: per Barkauf, Finanzierung oder Leasing. Je nachdem, ob Sie das Auto privat leasen[CC1] , kaufen, finanzieren oder es als Firmenwagen nutzen wollen, müssen Sie unterschiedliche Faktoren beachten. Während ein sofortiger Kauf einen größeren Teil des Eigenkapitals aufbrauchen kann, bleiben Sie mit einer Finanzierung oder dem Leasing in der Regel liquider. Um allerdings einen Kredit zu erhalten, müssen Selbstständige entsprechende Nachweise über ihre Selbstständigkeit erbringen sowie eine ausreichende Bonität vorweisen. Bei jeder Art des Autokaufs gibt es sowohl Vorteile als auch Nachteile für Selbstständige, die es vor einer Entscheidung zu beachten gilt.
Privater Autokauf über Barzahlung für Selbstständige: Vor- und Nachteile
Möchten Sie als Selbstständige bzw. Selbstständiger privat ein Auto per Barzahlung kaufen, besteht darin in der Regel kein Problem. Haben Sie das nötige Eigenkapital für ein Auto und ausreichend Rücklagen für ungeplante Ausgaben, steht einem Barkauf nichts im Wege. Ein Privatkauf ist dann sinnvoll, wenn Sie das Auto auch hauptsächlich privat nutzen. Demnach besteht auch keine Möglichkeit auf eine steuerliche Absetzung der Anschaffung sowie der Kosten für Ihr Unternehmen.
Anders verhält es sich, wenn Selbstständige oder Freiberuflerinnen bzw. Freiberufler das Fahrzeug nicht privat, sondern als Geschäftswagen anschaffen, denn da kann der Kauf eines Geschäftswagens steuerliche Vorteile bringen. Entscheidend ist dabei die Nutzung des Fahrzeugs: Wie lange soll das Auto gefahren werden und zu welchem Anteil soll es geschäftlich genutzt werden? Zudem gibt es bei der Abschreibung Unterschiede zwischen Neuwagen und Gebrauchtwagen.
Wir haben für Sie die Vor- und Nachteile eines Barkaufs auf einen Blick zusammengefasst:
Vorteile |
Betriebsvermögen: Sie haben die Verfügungsgewalt über den Wagen und können ihn verkaufen, wenn er nicht mehr benötigt wird oder Sie aufgrund finanzieller Engpässe zu Einsparungen gezwungen sind. Langfristigkeit: Der Firmenwagen kann bei finanziellen Flauten länger als geplant gefahren werden. Abschreibung: Durch die Abschreibung wird der Gewinn und somit die Steuerlast gemindert. Neuwagen haben eine Abschreibung von 6 Jahren, während bei Gebrauchtwagen, die über 8 Jahre alt und mehr als 120.000 km gefahren worden sind, die Nutzungsdauer geschätzt werden muss. |
Nachteile |
Liquiditätsverlust: Je nachdem, wie viel Eigenkapital Sie als Selbstständige bzw. Selbstständiger haben, kann ein Barkauf die Liquidität stark verringern und bindet das Kapital, was sich in der Bilanz abzeichnet. Das kann das Rating verschlechtern und zu teureren Krediten führen. Restwertrisiko: Besteht ein unerwartet schneller Wertverlust beim Auto, liegt das Restwertrisiko bei Ihnen. Eigenverkauf: Sobald der Dienstwagen nicht mehr benötigt wird, müssen Sie sich selbst um den Verkauf kümmern und tragen dabei die volle Gewährleistung. |
Leasing für Selbstständige: Vor- und Nachteile
Sind Sie selbstständig, kann neben dem Autokauf Leasing eine weitere Option für Sie sein. Bei dieser Variante mieten Sie ein Fahrzeug für eine festgelegte Laufzeit, die in der Regel zwischen 2 und 4 Jahren liegt. Dabei zahlen Sie eine monatliche Rate und geben den Geschäftswagen am Ende des Leasingvertrags wieder zurück. Welche Nachteile und Vorteile Leasing hat, sehen Sie auf einen Blick:
Vorteile |
Liquidität: Selbstständige oder Freiberuflerinnen und Freiberufler mit Unternehmen benötigen kein hohes Eigenkapital und finanzielle Rücklagen für einen Neukauf im Falle eines Totalschadens. Planungssicherheit: Feste monatliche Leasingraten erleichtern die Budgetierung. Steuerliche Absetzung: Sonderzahlungen und Leasingraten gehören zu Betriebsausgaben, die den Gewinn mindern und somit die Steuerlast senken. Flexibilität: Nach Ende der Laufzeit kann das Fahrzeug zurückgegeben und ein neues Auto geleast werden. Zudem kann die Laufzeit nach eigenem Bedarf gewählt werden. |
Nachteile |
Vertragsbindung: Leasingverträge sind nicht oder nur schwer kündbar, wenn der Firmenwagen doch nicht mehr gebraucht wird. Nutzungsregelungen: Häufig gibt es eine Regelung über die genaue Nutzung des Geschäftswagens. Dazu zählt, wer das Auto fahren darf oder in welche Länder keine Fahrten mit dem Leasingfahrzeug vorgenommen werden dürfen (etwa außerhalb der EU). Etwaige Rückgabekosten: Sind Sie bei Kilometer-Leasing über der vereinbarten Laufleistung oder werden vorher nicht gesehene Schäden erkannt, kommt es zu unerwarteten Kosten. Haftung: Auch wenn Sie nicht Eigentümerin bzw. Eigentümer des Fahrzeugs sind, haften Sie dafür. |
Autofinanzierung für Selbstständige: Vor- und Nachteile
Wenn Sie als Selbstständige bzw. Selbstständiger ein Auto kaufen möchten, ohne jedoch genügend Eigenkapital zu haben, kann eine Finanzierung sinnvoll sein. Diese erfolgt in der Regel über einen Kredit der Haus- oder Autobank. Anders als beim Leasing gehört am Ende des Autokredits das Fahrzeug Ihnen. Damit können Sie über die Nutzung und Gestaltung des Firmenwagens entscheiden. Folgende weitere Vorteile sowie Nachteile hat eine Finanzierung:
Vorteile |
Liquidität: Die eigene Liquidität bleibt weitestgehend erhalten, da kein großer Eigenkapitaleinsatz nötig ist. Steuerliche Absetzung: Die Zinsen des Autokredits gelten als Betriebsausgabe und sind demnach steuerlich absetzbar. Zudem kann ein Neuwagen über 6 Jahre abgeschrieben werden. Nutzung und Gestaltung: Die Laufleistung kann jederzeit bei Ihrer Versicherung angepasst werden und ist nicht wie beim Leasing für die gesamte Vertragslaufzeit festgelegt. Zudem können mehrere Personen zum Führen des Fahrzeugs befugt werden. Hinzu kommt, dass Sie Umbauten und Änderungen am Design wie Folierung am Auto vornehmen dürfen. |
Nachteile |
Monatliche Belastung: Die monatliche Rate ist häufig höher als eine Leasingrate. Außerdem ist oftmals eine Anzahlung notwendig, um günstige Konditionen für einen Kredit zu erhalten. Restwertrisiko: Verliert das Auto unerwartet schnell an Wert, liegt das Restwertrisiko bei Ihnen als Eigentümerin bzw. Eigentümer. Eigenverkauf: Sobald der Dienstwagen nicht mehr benötigt wird, müssen Sie sich selbst um den Verkauf kümmern und tragen dabei die volle Gewährleistung. Zudem ist kein unkomplizierter Wechsel des Fahrzeugs wie beim Leasing möglich. |
Auto kaufen als Selbstständige oder Selbstständiger: Was muss man beachten?
Der Autokauf stellt Selbstständige und Freiberuflerinnen bzw. Freiberufler vor besondere Herausforderungen. Anders als bei Angestellten spielen für Banken und das Finanzamt nicht nur der Kaufpreis, sondern vor allem die geplante Nutzung des Fahrzeugs, die finanzielle Situation des Unternehmens und die Art der Finanzierung eine Rolle. Ob das Auto privat genutzt oder als Firmenwagen angeschafft wird, hat dabei Auswirkungen auf steuerliche Aspekte, die Kreditvergabe und die laufenden Kosten. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf verschiedene Optionen sorgfältig zu prüfen.
Bevor Sie sich für einen Autokauf für Ihr Unternehmen entscheiden, sollten Sie sichergehen, dass das Finanzamt das jeweilige Fahrzeug als Firmenwagen anerkennt. Haben Sie etwa einen Handwerksbetrieb und benötigen einen Transporter oder Kombi, wird das Finanzamt sehr wahrscheinlich nichts gegen die Anschaffung eines Firmenwagens einzuwenden haben. Einen Sportwagen müssen Sie sich als Selbstständige oder Selbstständiger eher privat kaufen.
Grundsätzlich spricht nichts gegen einen Barkauf eines Autos als Selbstständige bzw. Selbstständiger. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie genügend Eigenkapital aufwenden können, ohne Ihre gesamten Rücklagen aufzubrauchen. Bei Finanzierungen sieht es anders aus. Denn häufig haben Freiberuflerinnen und Freiberufler sowie kleinere oder junge Unternehmen Schwierigkeiten, einen Kredit zu erhalten. Sie werden oftmals als risikoreicher eingestuft, etwa wegen schwankender Einnahmen oder fehlender langfristiger Einkommensnachweise. Selbstständige müssen meist mehrere Sicherheiten vorlegen und eine optimale Bonität vorweisen.
Wenn Sie als Selbstständige bzw. Selbstständiger ein Auto kaufen möchten, das als Firmenwagen dienen soll, sollten Sie folgende Informationen bereithalten:
Bank- bzw. Kontoauszüge
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) oder Jahresbilanz
Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA)
Steuerbescheide
Selbstauskunft zur aktuellen Lage Ihres Unternehmens
Bei der Kreditprüfung berücksichtigen Banken unter anderem:
das Alter des Unternehmens
das Lebensalter der Antragstellerin oder des Antragstellers
die Höhe des Kreditbetrags
die Branche und wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens
Dadurch, dass Selbstständige in der Regel ein höheres Ausfallrisiko haben als Angestellte, benötigt die Bank mehr Zeit zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Deshalb kann die Kreditbewilligung mehr Zeit in Anspruch nehmen. Das gilt auch, wenn Sie als Selbstständige bzw. Selbstständiger das Auto privat kaufen möchten
Ein weiterer zu beachtender Aspekt ist, dass ein Autokredit das Eigenkapital belasten kann und die Raten die Kreditwürdigkeit für andere Kredite mindert. Wird das Fahrzeug hauptsächlich als Firmenwagen genutzt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Bank den Kredit bewilligt, da das Unternehmen als Sicherheit eingetragen werden kann. Bei einer hohen Anzahlung wird ebenfalls die Kreditwahrscheinlichkeit erhöht.
Bevor Sie sich für einen Kredit oder ein Leasingangebot entscheiden, sollten Sie unbedingt unterschiedliche Angebote vergleichen, um die besten Konditionen zu erhalten und Kosten zu sparen. Spezielle Autokredite für Selbstständige punkten oft mit besseren Zinsen und Konditionen als andere Kredite.
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Fazit: Als Selbstständige bzw. Selbstständiger ein Auto kaufen – eine individuelle Entscheidung
Als Selbstständige bzw. Selbstständiger haben Sie mehrere Möglichkeiten, ein Auto zu kaufen – per Barkauf, Finanzierung oder Leasing. Welche Option die richtige für Sie ist, hängt von Ihren Umständen ab: Wie viel Eigenkapital haben Sie zur Verfügung, möchten Sie das Fahrzeug als Geschäftswagen nutzen und wie lange möchten Sie das Auto behalten?
Für diejenigen, die hohes Eigenkapital und ausreichende Rücklagen haben, kann ein Barkauf sinnvoll sein. Möchten Sie jedoch in wenigen Jahren einen neuen Dienstwagen fahren und benötigen gewinnmindernde Ausgaben, ist Leasing eine passende Option. Eine Finanzierung über einen Kredit ist möglicherweise eine passende Variante, wenn Sie einen Firmenwagen benötigen, den Sie vielfältig nutzen und über mehrere Jahre abschreiben möchten.
Letztendlich entscheiden Ihre finanzielle Situation sowie die geplante Nutzung eines Fahrzeugs darüber, welche Art des Autokaufs Sie wählen. Lassen Sie sich bei Unsicherheit von Ihrer Steuerberatung über die steuerlichen Vorteile sowie Nachteile aufklären. So können Sie zudem sichergehen, dass das Finanzamt das Fahrzeug als Firmenwagen anerkennt.
Häufige Fragen zum Thema Auto kaufen als Selbständige oder Selbstständiger:
Beim Kauf eines Firmenwagens können Sie den Kaufpreis des Fahrzeugs nicht sofort komplett steuerlich absetzen. Stattdessen können Sie den Wagen über mehrere Jahre abschreiben. Für Neuwagen wird eine Nutzungsdauer von 6 Jahren angesetzt. Somit kann jährlich eine lineare Abschreibung von 16,67 % erfolgen.
Wenn Sie sich als Selbstständige bzw. Selbstständiger entscheiden, ein Auto für Geschäftszwecke zu kaufen, können Sie alle für das Auto anfallenden Kosten steuerlich absetzen. Dazu zählen Anschaffungskosten, Kosten für Kfz-Versicherung, TÜV, Instandhaltung und Sprit. Wichtig ist bei der Versteuerung, dass das Fahrzeug zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird.
Ein Auto gehört zum Betriebsvermögen, wenn es mehr als 50 % betrieblich genutzt wird. Alle mit dem Firmenwagen verbundenen Ausgaben werden als Betriebsausgaben gewertet, die den Gewinn mindern und so steuerliche Vorteile bringen. Da das Fahrzeug häufig auch einen privaten Nutzungsanteil hat, wird für die gefahrenen Kilometer Steuern bezahlt. Bei der Versteuerung gibt es allerdings 2 Optionen: die 1-Prozent-Regelung oder das Führen eines Fahrtenbuchs.
1-Prozent-RegelungWird die betriebliche Nutzung nach der 1-Prozent-Regelung abgerechnet, wird 1 % des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs bei Neuanschaffung zum Bruttolohn hinzugerechnet. Zudem kommen 0,03 % des Listenpreises hinzu. Diese werden für den Weg von Wohnung zur Arbeitsstätte berechnet. Viele Selbstständige nutzen die 1-Prozent-Regelung, da die Abrechnung einfacher ist als etwa die Fahrtenbuchmethode.FahrtenbuchmethodeBeim Führen eines Fahrtenbuchs dokumentieren Sie selbstständig die private oder berufliche Nutzung. Diese Variante ist genauer als die 1-Prozent-Regelung und benötigt mehr Aufwand. Ein Fahrtenbuch kann über elektronische Fahrtenbücher, die im Fahrzeug eingebaut sind oder handschriftlich geführt werden, für die es spezielle Fahrtenbuchhefte gibt.
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